Made by CONTOURA – Fahrradproduktion in der Manufaktur

Mit geübten Handgriffen setzt die Kollegin das angefeuchtete Dekor-Element auf die vorgesehene Stelle an der linken Kettenstrebe, richtet es aus und streicht es glatt, bis alle Luftblasen darunter entwichen sind. Dann zieht sie mit stetem Zug noch die Schutzfolie ab – fertig! Jetzt muss das so genannte Nass-Transfer-Dekor nur noch gemeinsam mit allen anderen Dekoren am Rahmen trocknen, damit der Rahmen seine nächsten Schritte gehen kann.

Die Aufschrift „Made by CONTOURA“ ist Programm, denn alle CONTOURA Räder werden in der HARTJE Manufaktur in Hoya an der Mittelweser gefertigt. Zwischen der Bestellung  auf www.mein-wunschrad.com bis zur Auslieferung an Ihren Händler braucht es zahlreiche Handgriffe.

 

Vom Rohrahmen bis zur Klingel – Alle Teile, aus denen ein CONTOURA Fahrrad besteht, kommen aus den Hochregalen ganz in der Nähe der Pulverbeschichtung und den Montagebändern.

Gefertigt werden die Stahl- und Aluminiumrahmen, wie fast alle Fahrradrahmen, in Fernost. Entwickelt wurden sie aber ganz in der Nähe von dort, wo sie gepulvert und montiert werden – in den Büros der Entwickler nur ein Treppenhaus entfernt.

Vom Rahmenbauer kommen die Rahmen unlackiert in Hoya an.

Typisch für Aluminium-Rahmen: die breit-geschuppten Schweißnähte und voluminösen Rahmenrohre. Sie werden per Hydroforming (Öldruck) belastungsgerecht in Form gebracht: breiter an den Verbindungsstellen zu anderen Rohren und schmaler in der Mitte.

Die Stahlrahmen werden bei den CONTOURA Modellen ebenfalls nach modernem Verfahren geschweißt. Das sorgt für die glatten Übergänge und ermöglicht – da keine Muffen die Form einschränken – vielfältigere Rahmengeometrien.

 

Pulverlackierung

Rahmen und Gabel werden in der HARTJE Manufaktur nicht im herkömmlichen Sinne lackiert, sondern gepulvert. Bei dem Verfahren werden die Rahmen zunächst statisch aufgeladen und dann mit einem umweltfreundlichen Farbpulver – es braucht keine Lösungsmittel – besprüht. Im Ofen gebacken gehen die Farbpartikel eine schlagfeste und dauerhaltbare Verbindung mit Rahmen und Gabel ein.

Damit der Lack dauerhaft halten kann, müssen die Rahmen und Gabeln absolut fett- und staubfrei sein. Stellen, an die kein Lack kommen soll (etwa die Cantilever-Sockel für die Bremsen), werden hier abgedeckt. Damit die bepulverten Teile später nicht mehr angefasst werden müssen, werden sie für alle weiteren Schritte an Haken gehängt, die an der Decke an Schienen laufen – zunächst bis vor die Pulverkabine.

In der Kabine erhalten die Rahmen die elektrostatische Aufladung. Per Sprühpistole tragen die Kollegen das Pulver gekonnt in jeden Winkel des Rahmens auf – das funktioniert genauer als bei einem automatisiertes Bepulvern. Vollständig mit dem wie Puder wirkenden Farbpulver bedeckt warten die Teile nun auf den Backvorgang.

Bei 160 Grad Celsius kommen Rahmen und Gabeln für 20 Minuten in den Hochleistungsofen, damit das Pulver sich als glatte Lackfläche mit dem Stahl- oder Aluminiumrahmen verbindet.

Danach kühlen sie eine Weile ab, bevor sie …

… ihre Dekore erhalten. An welche Stellen sie genau kommen, ist vorgegeben. Das haben die Kolleginnen und Kollegen voll im Griff.

Wer bei seiner Bestellung die Option „Signature“ gewählt hat, bekommt hier seinen extra geplotteten Aufkleber. Alle weiteren CONTOURA Schriftzüge, die jeweilige Modellbezeichnung, das Steuerrohr-Logo oder eben den Hinweis „Made by CONTOURA“ warten im Regal auf ihre Anwendung.

Vormontage

Währenddessen werden in der Montagehalle nahe den Bändern einige Bauteilgruppen vormontiert. In der eigenen Laufradmontage werden die Naben (beziehungsweise Nabendynamos), Speichen und Felgen über die Speichennippel für CONTOURA zu einer leichtlaufenden Einheit verbunden.

Die Lenker werden gleich mit dem Vorbau verbunden. An den Lenker selbst kommen – in der richtigen Reihenfolge – die Schalthebel, die Bremshebel sowie die Klingel und Griffe. Dafür liegen diverse Drehmomentschlüssel bereit, damit jede Schraube mit der idealen Kraft angezogen wird.

Alle Teile, die an die Rahmen kommen, warten nahe des Bandes an ihren Einsatz.

Hauptmontage

Am Montageband werden nun alle Teile des Fahrrads miteinander verbunden. Für die einfachere Montage werden die Rahmen am Steuerrohr verkehrt herum festgesteckt. Für eine reibungslose Logistik sind alle Anbauteile nahe der Montagebänder platziert. Zusätzlich bekommt jeder Rahmen eine Kiste mit, in der die Teile liegen. Damit die Kolleginnen und Kollegen auch wissen, welche Teile sie verbauen sollen, hängt an jedem Rahmen ein Montagezettel.

Zuvor aber werden noch das Steuerlager-Schalen eingepresst, darauf hin kann auch die Gabel eingesetzt werden.

In einem ersten Schritt am Band setzen die Kollegen das Tretlager ein. Mit dem Spezialwerkzeug arbeiten sie zunächst die Gewinde nach. Darauf hin folgt das Tretlager.

Zum Vergleich: So sah der Tretlagerbereich vor der Pulverbeschichtung aus:

Wenn die Schutzbleche eingesetzt sind – dafür werden zunächst noch die Bohrungen für die Befestigungsschrauben nachgearbeitet – und auch der Scheinwerfer an der Gabel sitzt, kann das Rücklichtkabel im Kabelkanal montiert werden. Je nach Modell wird das Rücklichtkabel auch ein Stück im Gepäckträgerrohr durchgeführt.

Auch die Schalt- und Bremszüge – ob nun sauber am Rahmen oder im Rahmen verlegt – sind nun dran.

Es folgen die Laufräder, der vormontierte Lenker, der Seitenständer, gegebenenfalls das Schaltwerk und die Kette.

Die Kette wurde zuvor in der passenden Gliederzahl abgelängt. Ist die Schaltung komplett montiert, prüfen die Kollegen auch, ob sie richtig eingestellt ist.

Danach steht ein CONTOURA Rad erstmals auf den eigenen Laufrädern und bekommt noch den mit der Sattelstange vorbereiteten Sattel. In der Form erhalten sie eine finale Sicht- und Funktionsprüfung, bevor sie in den Transportkarton kommen. Erst wenn das Rad im Karton steht, wird der Karton komplett geschlossen.

Zuletzt folgt nur noch der Transport der HARTJE eigenen Logistik zu Ihrem Händler, der Ihr neues CONTOURA dann mit Ihnen auf Ihre Maße einstellt.

Welches CONTOURA Modell Sie auch immer ausgewählt haben – wir wünschen Ihnen viel Fahrspaß und unvergleichliche Tourenmomente mit ihrem neuen Begleiter!